Bericht: Zahl der Asylanträge 2022 um rund 28 Prozent gestiegen
Die Zahl der Asylanträge ist im vergangenen Jahr einem Bericht zufolge deutlich gestiegen. 2022 stellten 244.132 Menschen einen Asylantrag in Deutschland, wie das ARD-Hauptstadtstudio am Mittwoch unter Berufung auf das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge berichtete. Im Jahr 2021 waren es demnach 190.816 - ein Anstieg um rund 28 Prozent. Die meisten Antragsteller kamen aus Syrien und Afghanistan. Vor allem im Dezember gingen demnach viele Anträge ein.
Zusätzlich zu diesen Asylantragstellern habe Deutschland im vergangenen Jahr mehr als eine Million Menschen aus der Ukraine aufgenommen, etwa 1.044.000, wie es weiter hieß. Sie müssen keinen Asylantrag stellen.
Die meisten Asylantragsteller im vergangenen Jahr kamen dem Bericht zufolge aus Syrien: 70.976 Menschen stellten einen Erstantrag - ein Anstieg um 29,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Auf Platz zwei waren in der Bamf-Statistik demnach Schutzsuchende aus Afghanistan mit 36.358 Erstanträgen. Hier verzeichnete die Behörde den ARD-Angaben zufolge einen deutlichen Anstieg, und zwar um 56,2 Prozent.
Die größte Zunahme gab es offenbar bei Schutzsuchenden aus der Türkei. 23.938 Menschen von dort stellten demnach einen Erstantrag - eine Zunahme von 238,7 Prozent. Gründe gibt die Statistik dafür nicht an, wie das ARD-Hauptstadtstudio weiter berichtete. Möglicherweise habe der Anstieg mit der wirtschaftlichen Situation in der Türkei zu tun.
Das Bamf traf dem Bericht zufolge in 228.673 Fällen Entscheidungen zu Asylanträgen, sowohl zu Erstanträgen als auch zu sogenannten Folgeanträgen. In 56,2 Prozent aller Fälle vergab das Bundesamt demnach positive Bescheide. Nach Herkunftsländern gab es aber große Unterschiede. So habe die Behörde Asylanträge von syrischen Schutzsuchenden zu 90,3 Prozent positiv entschieden. Bei afghanischen Antragstellern sei dies in 83,5 Prozent der Fall gewesen. Bei irakischen Schutzsuchenden habe die sogenannte Schutzquote bei nur 22,5 Prozent gelegen.
Auffallend in der Statistik ist dem ARD-Bericht zufolge, dass die Zahl der Erstanträge im vergangenen Herbst angestiegen ist. Konkret seien es im Dezember 26.672 Anträge gewesen - ein Anstieg zum Dezember 2021 um 94,5 Prozent. Warum die Zahlen im Dezember gestiegen sind, geht aus der Statistik demnach nicht hervor.
Die Dauer der Asylverfahren lag im Jahr 2022 - sowohl bei Erst- wie auch bei Folgeanträgen - dem Bericht zufolge im gesamten Bundesgebiet bei 7,6 Monaten. Am 31. Dezember waren Asylverfahren von 136.448 Menschen demnach noch nicht vom Bundesamt entschieden.
D.Mayer--BlnAP