Krankenkassen: GKV-Schätzerkreis rechnet mit stabilem Beitragssatz
Der Zusatzbeitrag der Krankenkassen könnte nach Angaben des sogenannten GKV-Schätzerkreises im kommenden Jahr stabil bleiben. Aus den Schätzergebnissen für das Jahr 2027 ergibt sich ein durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz in Höhe von unverändert 2,9 Prozent, wie der Schätzerkreis am Mittwochabend mitteilte. Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen werden demnach im kommenden Jahr wesentlich geringer ansteigen als noch im laufenden Jahr.
Das ist vor allem auf das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (GKV-BStabG) zurückzuführen. Das Gesetz entlastet die Krankenkassen im kommenden Jahr um bis zu 15 Milliarden Euro auf der Ausgabenseite.
Die Entwicklung der Beitragssätze hängt maßgeblich davon ab, wie sich die Einnahmen und die Ausgaben der Krankenkassen entwickeln. Seit 2024 wurde eine Rekordausgabendynamik von knapp acht Prozent pro Jahr verzeichnet. Im kommenden Jahr wird der Ausgabenanstieg nun voraussichtlich auf unter drei Prozent fallen.
Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) begrüßte die Prognose des Schätzerkreises als "gutes Zeichen" nach wiederholten Beitragserhöhungen. Zugleich erklärte er: "Wir reden die Probleme aber nicht schön. Denn klar ist auch: Die Finanzlage der Krankenkassen bleibt trotz Reform angespannt". Die strukturellen Probleme der gesetzlichen Krankenversicherung müssten gelöst und ihre Finanzierung "dauerhaft auf eine solide Grundlage" gestellt werden, forderte Linnemann.
Der Vizechef des AOK-Bundesverbands, Jens Martin Hoyer, sprach von einer "guten Nachricht". Allerdings sei die Beitragsstabilisierung nicht mit einem Gesetz getan, sie bleibe eine "Daueraufgabe": "Wir müssen bei den Effizienzanstrengungen jetzt weiter Kurs halten und echte Strukturreformen vorantreiben", betonte auch Hoyer.
Dem GKV-Schätzerkreis gehören Expertinnen und Experten des Bundesgesundheitsministeriums, des Bundesamtes für Soziale Sicherung und des GKV-Spitzenverbandes an.
X.Konrad--BlnAP