Huthi-Miliz greift Regierungssitz in Aden an - Mindestens vier Tote
Die pro-iranische Huthi-Miliz hat den Sitz der international anerkannten Regierung im jemenitischen Aden mit Raketen angegriffen und dabei mindestens vier Menschen getötet. Aus Regierungskreisen verlautete gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, dass mindestens zehn weitere Menschen verletzt worden seien. Regierungschef Schaja Mohsen Sindani habe sich während des Angriffs im Präsidentenpalast befunden, sei aber unverletzt, sagte ein Minister.
Nach Angaben des Ministers schlugen drei Raketen in einer Kommandozentrale der jemenitischen Regierungstruppen und zwei weitere im Hauptquartier der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition auf dem Palastgelände ein. Es habe jemenitische und saudiarabische Opfer gegeben, sagte der Minister, der anonym bleiben wollte.
Wie ein AFP-Journalist berichtete, stieg Rauch über dem Gebäude in Aden auf, Rettungswagen fuhren dorthin. Anwohner der im Süden des Landes gelegenen Stadt hatten zuvor berichtet, sie hätten Explosionen gehört. Regierungschef Sindani erklärte in Onlinenetzwerken, die Regierung komme trotz des Angriffs weiterhin ihren Aufgaben nach.
Huthi-Militärsprecher Jahja Saree erklärte, die Kämpfer der Miliz hätten "das Hauptquartier der Militäroperationen des Feindes" Saudi-Arabien innerhalb des Palastes ins Visier genommen. Weiter sagte er, jede "saudiarabische Militärpräsenz" sei ein "legitimes Ziel".
Saudi-Arabien warf dem Iran unterdessen vor, die jüngste Eskalation des Kriegs im Jemen zu fördern. "Wir sind der Ansicht, dass die von den Huthis in dieser jüngsten Phase des Konflikts vorangetriebene Eskalation vom Iran gefördert wird", sagte der saudiarabische Vizeaußenminister Rajed Krimly am Donnerstag. Bei einem Angriff auf den internationalen Flughafen der saudiarabischen Hauptstadt Riad waren am Samstag 13 Menschen getötet und rund 300 verletzt worden.
Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz kontrolliert seit Jahren weite Teile des Jemen, darunter auch die Hauptstadt Sanaa. Die jemenitische Regierung hatte sich daher 2015 in die Stadt Aden zurückgezogen. Nach einer mehrjährigen Feuerpause ist der Krieg in diesem Jahr erneut aufgeflammt. Zuletzt eroberten die Huthis weitere Gebiete an der Küste des Roten Meeres.
V.Kranz--BlnAP