Münchens Milliardenplanung: Bund gibt "Olympia-Garantie"
Nach der Kür des nationalen Bewerbers rücken die Kosten für die Ausrichtung möglicher Olympischer und Paralympischer Spiele in Deutschland in den Fokus. Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause (Die Grünen) rechnet mit zehn Milliarden Euro, davon fünf Milliarden für das Eventbudget, das durch Ticketverkäufe und IOC-Zuschüsse gedeckt sein soll, und fünf Milliarden Euro für notwendige Infrastrukturmaßnahmen.
"Wir werden mit dem Bund darüber reden, inwiefern er sich beteiligen wird", sagte Krause auf der Pressekonferenz nach der Wahl Münchens in Baden-Baden: "Klar ist: Wir werden ab Sonntag mit den Gesprächen beginnen müssen, wir können nicht mit den Planungen auf die Entscheidung des IOC warten, sondern müssen jetzt loslaufen."
Aus Berlin gab es am Wahltag die erhofften Signale für den Fall einer erfolgreichen Olympiakampagne. "Wir wollen die Spiele wieder nach Deutschland holen! Dafür gebe ich als Finanzminister eine Olympia-Garantie: Wir wollen und wir können uns Olympische Spiele in Deutschland leisten", sagte Finanzminister Lars Klingbeil (SPD).
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) wies auf die vier Säulen der Finanzierung hin: Sponsoren, die Stadt, das Land Bayern und der Bund. Söder sagte: "Alle Investitionen sind Investitionen, die wir irgendwann ohnehin tätigen müssen. Natürlich sind das Milliarden, aber durch die Zeitachse können wir das einplanen."
Neben Unterstützung bei der Finanzierung fordert Krause weitere Hilfe vom Bund, um im Fall einer erfolgreichen Bewerbung für 2036, 2040 oder 2044 die Maßnahmen rechtzeitig umzusetzen. "Wir sind auf den Bund angewiesen, dass wir Planungsverfahren deutlich beschleunigen. Das kann ein Vorbild werden für Großprojekte in ganz Deutschland", sagte Krause. Söder gab sich zuversichtlich. "Wir stehen unter besonderer Beobachtung, deshalb wird es Deutschland hinkriegen", sagte er.
E.Fritsch--BlnAP