UEFA erhöht Druck: 42 Fragen an Infantino
Im Machtkampf um FIFA-Präsident Gianni Infantino hat die Europäische Fußball-Union (UEFA) den Druck auf den Chef des Fußball-Weltverbandes weiter erhöht. Nach übereinstimmenden Medienberichten versandte die UEFA am Montag einen Katalog mit 42 Fragen an Infantino, die unter anderem auf Aufklärung bezüglich möglicher Interessenkonflikte im Zusammenhang mit Geschäftsbeziehungen zur Familie von US-Präsident Donald Trump sowie dem Versuch, die Weltmeisterschaft an private Investoren zu verkaufen, abzielen. Zur Beantwortung der Fragen wurde eine Frist bis zum 2. November gesetzt.
Darüber hinaus verlangt die UEFA das Vorlegen von entsprechenden Dokumenten. "Eine Reihe von Entscheidungen, Transaktionen und Eingriffen, an denen der FIFA-Präsident, der Präsident der Vereinigten Staaten und mit ihm verbundene Personen beteiligt sind, wirft schwerwiegende Fragen hinsichtlich potenzieller Interessenkonflikte, Transparenz und institutioneller Rechenschaftspflicht auf", heißt es in dem Schreiben.
Konkret erhofft sich die UEFA mit ihren insgesamt 42 Fragen etwa Aufklärung zur Zusammenarbeit mit Joshua Kushner, dem Bruder von Trump-Schwiegersohn Jared Kushner, im Zusammenhang mit dem geplanten Verkauf von WM-Rechten an private Investoren. Eine andere Frage zielt auf die aufgehobene Rotsperre von US-Stürmer Folarin Balogun bei der WM ab und ein möglicherweise damit verbundenes Telefonat zwischen Infantino und Trump. Auch die Schaffung eines FIFA-Friedenspreises, den Trump erhielt, wird thematisiert.
"Diese Sachverhalte werfen in ihrer Gesamtheit Fragen auf, die über das übliche institutionelle Verhältnis zwischen der FIFA und der Regierung eines Gastgeberlandes der Weltmeisterschaft hinausgehen", schrieb die UEFA.
Dokumente zu seinem Plan, die WM an Investoren zu verkaufen, hatte Infantino bislang nicht zur Verfügung gestellt. Auch die Sitzung des FIFA-Councils in der vergangenen Woche hatte nicht für Aufklärung gesorgt. Infantino möchte sich im März als FIFA-Boss wiederwählen lassen, die UEFA hat bislang keinen Gegenkandidaten nominiert, wobei die Frist hierfür Mitte November abläuft.
V.Kranz--BlnAP