Kane trifft: Aber Bayern verpasst Ausrufezeichen
Der FC Bayern hat an einem glanzvollen Europacup-Abend ein dickes Ausrufezeichen verpasst. Der deutsche Rekordmeister musste sich in einem umkämpften Champions-League-Gipfel gegen den FC Arsenal am Ende mit einem 2:2 (1:1) begnügen. Mit bisher nur fünf Punkten aus drei Spielen hinken die Münchner in der Ligaphase bisher noch den Erwartungen hinterher - und in zwei Wochen wartet bei Atlético Madrid im Finalstadion von 2027 schon die nächste große Herausforderung auf die Münchner.
Ohne den gesperrten Superstar Michael Olise und ohne Antreiber Joshua Kimmich, der wegen eines Trauerfalls in der Familie fehlte, geriet die Mannschaft von Trainer Vincent Kompany durch Eberechi Eze in der 25. Minute in Rückstand. Manuel Neuer war in seinem Rekordspiel unter den Augen von Bundestrainer Jürgen Klopp machtlos.
Alphonso Davies (35.) glich aus. Harry Kane (61.) sorgte per Handelfmeter dann sogar für das umjubelte 2:1, doch Declan Rice glich in der spannenden Schlussphase noch aus (82.). Der englische Meister und Vorjahresfinalist Arsenal befindet sich mit sieben Punkten damit auf Kurs.
Kompany stand nach überstandener Viruserkrankung und Hüftverletzung engagiert an der Seitenlinie. Auch Neuer war nach zwei Spielen Pause rechtzeitig fit geworden. Für den 40-Jährigen war es das 163. Spiel in der Champions League, er stellte damit den deutschen Rekord von Thomas Müller ein.
In der Startelf der Bayern fehlte allerdings der leicht angeschlagene Luis Díaz, zuletzt beim 6:1 gegen Leipzig mit drei Toren der überragende Akteur. "Wir sind eigentlich glücklich, dass er überhaupt dabei ist", sagte der Bayern-Coach vor Anpfiff bei DAZN.
Díaz wurde von Davies auf der linken Außenbahn ersetzt. Für Olise rückte Serge Gnabry ins Team. Jamal Musiala war ohnehin noch kein Thema gewesen. Bei den Gunners startete wie erwartet Nationalspieler Kai Havertz. Auch andere Topstars wie Kapitän Martin Ödegaard, Rice oder Bukayo Saka waren dabei. In Bezug auf Körperlichkeit und Organisation sei dies "schon mit das Beste der Welt", lobte Kompany den Gegner.
Und der übernahm in der Allianz Arena erst einmal das Kommando. Allerdings musste Trainer Mikel Arteta bereits in der 10. Minute Saka auswechseln, der sich am linken Oberschenkel verletzte. Für ihn kam Eze.
Die Bayern kamen nur schwer in die Gänge, im Spielaufbau leisteten sie sich zunächst zu viele Fehler. So dauerte es 20 Minuten bis zur ersten echten Münchner Chance: Gnabry scheiterte aber freistehend an David Raya.
Besser machte es auf der Gegenseite Eze gegen Neuer, nachdem Josip Stanisic in der Bayern-Kette zu langsam rausgerückt war und damit das Abseits aufgehoben hatte. Die Münchner wirkten kurz geschockt, ehe Davies nach Traumpass von Kane vor Raya eiskalt blieb. "Bayern hat jetzt noch nicht die Sterne vom Himmel gespielt", sagte Klopp bei DAZN zur Pause.
Und die Bayern hatten Glück, dass Neuer bei einem Kopfball von Bruno Guimaraes den Ball reaktionsschnell an die Latte lenkte (48.), auch gegen Eze rettete er (52.). Auf der anderen Seite verhinderte Raya gegen Dayot Upamecano mit einer Topparade einen Treffer.
Der Rekordmeister erhöhte die Schlagzahl. Ein Handspiel von Jurrien Timber nach Schuss von Kane führte zum Elfmeter, den der Engländer gewohnt sicher verwandelte. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, Arsenal machte mächtig Druck - und so wurde es nichts mit dem Ausrufezeichen der Bayern.
I.Pfeiffer--BlnAP