Protest gegen fremdenfeindliche Gewalt: Salif Keita sagt Konzerte in Südafrika ab
Aus Protest gegen die fremdenfeindliche Gewalt in Südafrika hat der malische Musiker Salif Keita alle seine bevorstehenden Konzerte in dem Land abgesagt. Er treffe die Entscheidung "schweren Herzens", erklärte der international bekannte Sänger und Songschreiber im Onlinenetzwerk Facebook. Er könne die Berichte über fremdenfeindliche Gewalt gegen "unseren afrikanischen Brüdern und Schwestern" aber nicht ignorieren. Seine Managerin bestätigte Keitas Entscheidung am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.
Südafrika ist ein wichtiges Ziel für afrikanische Einwanderer auf der Suche nach wirtschaftlichen Chancen. In den vergangenen Jahren hatte es im Land immer wieder ausländerfeindliche Gewalt gegen Migranten gegeben.
Die jüngsten fremdenfeindlichen Proteste halten bereits seit Monaten an. Sie richten sich insbesondere gegen Migranten aus Malawi, Mosambik und Simbabwe. Im Zuge der gewaltsamen Demonstrationen wurden nach Angaben der südafrikanischen Behörden mindestens vier Menschen getötet.
Der 76-jährige Keita, der auf eine mehr als 50 Jahre währende Karriere zurückblickt, erklärte, er habe die "schmerzhafte Entscheidung" getroffen, seine Auftritte in Südafrika abzusagen. "Um es klarzustellen: Ich schließe nicht die Tür zu den Menschen in Südafrika. Ich schließe die Tür zur Gewalt.". Die Gewalt gegen Migranten stehe nicht für das Südafrika, das er kenne und das Nelson Mandela aufgebaut habe, schrieb Keita unter Bezug auf den früheren südafrikanischen Präsidenten und Friedensnobelpreisträger.
Aus Furcht vor fremdenfeindlicher Gewalt in Südafrika haben in den vergangenen Monaten mehr als 160.000 Ausländer Südafrika verlassen.
Salif Keita ist einer der bekanntesten und einflussreichsten afrikanischen Musiker. In seinen Song verschmilzt er traditionelle afrikanische Elemente mit modernen Stilformen des Pop und Jazz. Bekannt ist Keita auch wegen seiner kraftvollen und markanten Stimme.
Q.Weiss--BlnAP