Digitalstudie: KI weit verbreitet, Skepsis bleibt aber bei Finanzfragen
Mehr als die Hälfte der Deutschen verwendet bereits KI-Anwendungen. Zögerlich geht es allerdings bei der Verwendung von KI für Finanzfragen voran, wie am Donnerstag aus der aktuellen Digitalstudie der Postbank hervorging. Der generelle Anteil der Menschen, die KI-Tools nutzten, stieg demnach im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt um sechs Prozentpunkte an. 70 Prozent der Befragten lehnten einen KI-Einsatz etwa bei Überweisungen allerdings ab.
Bei Überweisungen, Geldanlagen oder einer Finanzberatung überwog laut Digitalstudie nach wie vor das Vertrauen in eine persönliche Beratung. Drei Viertel der Befragten hielten KI-Tools in Finanzfragen noch nicht für ausgereift genug. Darüber hinaus bestanden Datenschutzbedenken, Sorgen um Manipulation und Transparenz.
Allerdings ist jeder Zweite unter 40 Jahren offen für den Einsatz von KI bei Finanzthemen, jeder Vierte in dieser Altersgruppe nutzte KI-Anwendungen bereits für Empfehlungen zur Geldanlage. 46 Prozent von ihnen konnten sich vorstellen, Überweisungsdaten mithilfe von KI einzugeben, 65 Prozent waren offen für eine Bankberatung per Chat oder Videokonferenz.
Bei den älteren Befragten fiel die Offenheit geringer aus. 72 Prozent lehnten eine KI-Eingabe von Überweisungen ab, nur 45 Prozent waren offen für eine Bankberatung per Chat oder Videocall.
Laut Digitalstudie geht die Zurückhaltung bei KI-Anwendungen im Finanzbereich auf Sicherheitsfragen zurück. 60 Prozent der Befragten gaben an, Informationen aus einer KI nur selten zu überprüfen, 36 Prozent trauten sich nicht zu, eine mögliche Manipulation zu erkennen.
"Im klassischen Online- und App-Banking zeigt sich, dass viele Menschen empfohlene Schutzmechanismen bereits konsequent nutzen", erklärte David Dommel, Leiter des Digitalen Performance-Marketings der Postbank. Sowohl beim Online-Banking als auch bei KI-Tools komme es daher darauf an, dass Kunden den Angeboten von Banken in Zukunft vertrauen können.
S.Roth--BlnAP